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häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Pflege und Adoption?
Kann man ein adoptiertes Kind genaus lieben wie ein ´eigenes`?
Wie ist das mit den Genen?
Gestaltet sich das Leben mit Ausländischen Adoptivkindern schwieriger?
Kann sich ein Kind in seine neue Familie eingewöhnen, wenn es schon ein paar Jahre alt ist?
Wir leben in einer Dreizimmerwohnung. Können wir trotzdem ein Kind aus dem Ausland adoptieren?
Ich bin 38 und mein Mann 42 Jahre alt. Sind wir jetzt schon zu alt für eine Adoption?
Wir haben vor kurzem ein dreijähriges Mädchen aus Thailand adoptiert. Wird das Kind seine Muttersprache behalten? 
Ich bin adoptiert und möchte bei den zuständigen Ämtern gerne mehr über meine Herkunft erfahren. Ich habe aber gehört, dass es da ein Ausforschungsverbot gibt. Was bedeutet das? 
 

Häufige Fragen  

 

Im folgenden handelt es sich um einge stark gekürzte Ausschnitte aus den Büchern ´Adoption - Alles was man wissen muss` und ´Ratgeber Auslandsadoption`

Was ist der Unterschied zwischen Adoption und Pflege?

Adoption und Pflege haben gemeinsam, dass ein fremdes Kind in die Familie kommt. Beide Formen unterscheiden sich jedoch vor allem in ihrer rechtlichen Konstruktion ganz wesentlich voneinander.

Während bei einer Adoption die rechtlichen Verbindungen zwischen Adoptivkind und seinen leiblichen Eltern vollständig gekappt werden, bleibt ein Pflegekind immer ein Mitglied seiner Herkunftsfamilie. Dies liegt daran, dass eine Pflegschaft als vorübergehende Maßnahme verstanden wird, die zum Ziel hat, das Kind wieder zu seinen leiblichen Eltern zurückzuführen.

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Wie aber sieht das alltägliche Leben mit einem Pflegekind aus? Ist eine Pflegefamilie in erster Linie von Jugendamt und den leiblichen Eltern fremdbestimmt? Muss sie sich darauf einstellen, dass sich andere ständig in die Erziehung einmischen oder versuchen, das Kind kurzfristig aus der Familie herauszuholen?

Zunächst ist es wichtig zu verstehen, dass die Pflegeperson nach dem Gesetz die alltäglichen Dinge des Pflegekindes regeln darf. 

Über ganz alltägliche Fragen bestimmt also nur sie:

Alltägliche Angelegenheiten sind etwa:

ob und wann das Kind Freunde besuchen darf,

wann es ins Bett gehen muss,

wohin die Familie in Urlaub fährt,

ob und wann das Kind ärztlich behandelt werden muss,

ob das Kind Mitglied in einem Verein wird.

Wenn die Pflegeeltern in allen alltäglichen Angelegenheiten alleine entscheiden dürfen, so bedeutet dies natürlich auch, dass sie es in allen nicht – alltäglichen Angelegenheiten nicht dürfen.

 Nicht alltägliche Angelegenheiten sind etwa:

- Anmeldung zu Schule und Kindergarten

- Operationen

- lange Auslandsaufenthalte.

Etwas anderes gilt, wenn Gefahr in Verzug ist. In diesen Fällen dürfen die Pflegeeltern alle Rechtshandlungen vornehmen. Wenn also das Kind von einem Auto angefahren wird, müssen die Pflegeeltern nicht erst die leiblichen Eltern um Zustimmung für eine Operation bitten. Im Grunde ist dies eine Selbstverständlichkeit.

Können die leiblichen Eltern das Kind wieder aus der Pflegefamilie herausnehmen?

Der wesentlichste Unterschied zwischen Adoption und Pflege besteht darin, dass das Pflegekind das Kind seiner leiblichen Eltern bleibt. Es wird nicht zum Kind der Pflegeeltern, es bekommt nicht deren Namen, es ist ihnen gegenüber nicht erbberechtigt, etc.

Es kann sein, dass die Pflegeeltern ihr Pflegekind wie ein leibliches Kind behandeln und es auch so lieben. Juristisch gesehen ist es aber das Kind anderer Eltern.

Das hat Bedeutung, wenn es um die Frage geht, ob die leiblichen Eltern das Kind wieder aus der Pflegefamilie herausnehmen können. Ganz grundsätzlich haben Eltern das Recht auf Herausgabe ihres Kindes gegenüber jedermann. Nun ist unbestritten, dass die Herausnahme eines Kindes aus seiner Pflegefamilie dann nicht im Interesse des Kindes liegt, wenn es dort seine Bezugswelt gefunden hat und zur Unzeit aus seiner gewohnten Umgebung gerissen würde...

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Grundsätzlich kann man jedoch davon ausgehen, dass etwa ´60 Prozent der Pflegekinder in den Pflegefamilien bleiben und in ihnen groß werden.

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Kann man ein adoptiertes Kind genauso lieben wie ein ´eigenes`?

Wer sich ein leibliches Kind wünscht, träumt davon, einen Teil von sich und einen Teil seines geliebten Partners zu vereinen und daraus einen neuen Menschen entstehen zu lassen, der die Eigenschaften seiner Eltern weiter trägt. Im Kind sollen seine Eltern und ihre Liebe weiterleben.

Bei einem Adoptivkind liegt der Fall anders. Selbstverständlich leben auch in ihm seine Eltern weiter. Genetisch gesehen allerdings nur seine leiblichen Eltern. Das ist nicht nur bei Adoptionen so. Es gibt auch andere Kinder, die zumindest mit einem ihrer Elternteile genetisch nichts gemeinsam haben

- Stiefkinder

- Kinder die, die durch heterologe Insemination gezeugt wurden oder

- Kinder, die zu den 10 Prozent so genannter ´Kuckuckskinder` gehören, also von einem   

  Vater aufgezogen werden, der irrtümlich annimmt, er sei der Erzeuger des Kindes. Im 

  Grunde haben auch diese Väter ein Kind adoptiert - sie wissen es nur nicht.

In aller Regel werden diese Kinder nicht weniger geliebt als leibliche Kinder. Ähnlich verhält es sich bei Adoptiveltern. Wenn man sie fragt, ob sie ihr Kind so lieben wie ein eigenes, ärgern sie sich meist schon über die Art der Fragestellung und denken: ´Genauso wie ein eigenes Kind? – Was soll das, wir haben ein eigenes Kind! `

Ein Adoptivkind hat mit seinen Adoptiveltern genetisch nichts gemein. Es stammt nicht von seinen Adoptiveltern ab und meistens ist dies auch auf den ersten Blick ersichtlich.

Und dennoch – obwohl es nicht ihr genetisches Abbild ist, ist es doch ihr ´eigenes` Kind. Adoptiveltern können vielleicht keine leiblichen Kinder bekommen, aber ein eigenes Kind haben sie doch, das adoptierte........

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Wie ist das mit den Genen?

Auch wenn die Erklärung, die Vererbung könne für die Erklärung des menschlichen Verhaltens eine Rolle spielen, für viele noch immer empörend ist, so zeigen doch zahllose Forschungsergebnisse, dass bei jedem Menschen genetische Ausstattung und Umwelteinflüsse zusammenwirken.

Die Frage ist nur: Wie stark? Ist also ein aggressives Verhalten bei einem Kind eher auf seine Erbanlagen oder eher auf eine verfehlte Erziehung zurückzuführen?

Der Stand der Forschung lässt sich hier auf einen kurzen Nenner bringen: Man weiß es nicht.

Das liegt schon daran, dass bislang noch weitgehend unbekannt ist, welches Gen in welcher Kombination für welches Persönlichkeitsmerkmal verantwortlich ist. 

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Bei der Ausprägung individueller Eigenschaften wie Intelligenz und Aggression spielt immer auch die Vererbung eine Rolle. Wie stark sie diese Rolle spielt, ist nicht bekannt.

Als in einer großen schwedischen – britischen Studie an über 1.500 Zwillingspaaren der Einfluss der Gene auf aggressives und antisoziales – nichtaggressives Verhalten bei Jungen und Mädchen untersucht wurde, stellten die Forscher folgendes fest:

- aggressives Verhalten ist vererbbar

- vor allem bei antisozialem - nichtaggressivem Verhalten spielen Umwelteinflüsse eine

  größere Rolle als die Vererbung. Jungen sind hier viel stärker von Umwelteinflüssen

  beeinflussbar als Mädchen, bei denen dieses Verhalten in erster Linie auf Vererbung  

  beruht

- Jungen sind umweltbeeinflussbarer als Mädchen

Nun bedeutet dies natürlich nicht, dass ´genetisch geprägt` auch gleich mit ´nicht veränderbar` gleichzusetzen ist. Auch wenn sich die Gene auf  die geistigen Funktionen auswirken, so legen sie doch nicht jede Einzelheit fest.

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Wenn Persönlichkeitsmerkmale des Menschen genetisch beeinflusst werden, bedeutet dies nicht, dass sie dadurch für alle Zeiten festgelegt wären. Vielmehr sind sie durch geeignete Maßnahmen veränderbar. So haben zahlreiche Studien gezeigt, dass sich Adoptivkinder besser entwickeln, wenn in ihrer Familie viele positive Anregungen geboten werden.

Eine Veränderbarkeit von Persönlichkeitsmerkmalen ist allerdings nur in bestimmten Grenzen möglich. Die Gene behalten in jedem Lebensalter ihren Einfluss und verstärken diesen sogar mit zunehmendem Alter. Der Unterschied zwischen Adoptierten und ihren Adoptiveltern vergrößert sich deshalb oft im Erwachsenenalter ...

 Wer von Natur aus viel Aggression mitbringt, kann durch erzieherische Maßnahmen vielleicht davon abgehalten werden, seine Aggression an unschuldigen Dritten auszuleben. Er wird sich jedoch voraussichtlich nicht in ein sanftes Schäfchen verwandeln lassen. Wer von seinen Genen mit einer nur unterdurchschnittlichen Intelligenz ausgestattet wurde, kann durch entsprechende Förderung meist den regulären Schulweg bestehen, aber er wird voraussichtlich nicht Atomphysik studieren können. Übertriebene Erwartungen sind hier nicht sinnvoll und verhindern manchmal sogar eine angemessene pädagogische Förderung.

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Gestaltet sich das Leben mit ausländischen Adoptivkindern schwieriger?

Wer sich für die Adoption eines ausländischen Kindes interessiert, erlebt nicht selten, dass das Jugendamt skeptisch ist, die zukünftigen Großeltern vor Schreck die Hände über dem Kopf zusammenschlagen und Freunde mit einem verlegenen ´Wollt ihr es nicht erst einmal im Inland versuchen?` reagieren.

Es scheint die Meinung vorzuherrschen, das Leben mit Adoptivkindern aus dem Ausland sei viel problematischer und komplizierter als das mit inländischen Adoptivkindern.

Warum aber ist das so? 

Es könnte damit zusammenhängen, dass viel Unklarheit darüber herrscht, welche Kinder in anderen Ländern zur Adoption vermittelt werden.

Wer an verlassene Kinder im Ausland denkt, hat nicht selten die fürchterlichen Bilder schwarzafrikanischer Kinder vor Augen, die mit einem aufgeblähten Hungerbauch durch die Straßen irren und sich ihre Nahrung aus dem Unrat der Reichen zusammensuchen.

Es ist jedoch sehr selten, dass solche Kinder ins Adoptionsverfahren kommen. 

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Fast 90 % der untersuchten Adoptierten zeigten keinerlei Auffälligkeiten. Die schwedische Studie ergab deshalb wie bereits zahlreiche vorangegangene Untersuchungen, ..., dass die allermeisten der im Ausland adoptierten Kinder eine überaus erfreuliche Entwicklung durchmachen.

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Um zu erfahren, wie sich eine Adoption bzw. eine Auslandsadoption auf das Kind auswirkt, sollten die Adoptierten mit den Kindern verglichen werden, die unter ähnlichen Umständen gelebt haben und nicht  adoptiert wurden. Welchen Schulweg haben die im Land Verbliebenen eingeschlagen, wie hoch ist ihre Kriminalitätsrate, wie ist ihr Drogenverhalten? Unbehagen würde erst dann aufkommen, wenn die Adoptierten über größere Schwierigkeiten berichten würden, als die in ihrem problematischen Umfeld Verbliebenen. Untersuchungen, die dies aufzeigen würden, gibt es nicht.        

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Wenn das Kind eine andere Sprache spricht, aus einer anderen Kultur kommt und eine andere Hautfarbe hat, kann die Integration für das Kind und seine neuen Eltern eine große Herausforderung sein. Wie zahlreiche Untersuchungen aufzeigen, gelingt es jedoch in der Regel sehr gut.

Ausländische Adoptivkinder unterscheiden sich in ihrer Entwicklung kaum von anderen Adoptivkindern und von Nichtadoptierten. Sie sind im Schnitt nicht weniger selbstbewusst, nicht weniger erfolgreich und nicht weniger ausgeglichen und zufrieden als die anderen.

´Auch für aus dem Ausland stammende Adoptivkinder gilt, dass sie in gesicherten Mittelschichtverhältnissen aufwachsen, in einem positiven Familienklima leben und eine gute Beziehung zu ihren Eltern haben. Auch aus dem Ausland stammende Adoptivkinder haben zumeist mit der sozialen Integration keine Probleme. Ihr Selbstkonzept zeigt keine Unterschiede zu dem anderen Jugendlicher.

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Die meisten Eltern ausländischer Adoptivkinder empfinden ihr Kind als Geschenk des Himmels. Die Tatsache, dass ihr Kind aus einem anderen Kulturkreis kommt, ist für sie keine Last, sondern eine Herausforderung und eine Bereicherung ihres Lebens. Es macht ihnen Freude, sich mit dem Herkunftsland des Kindes und dessen Kultur zu beschäftigen. Viele identifizieren sich damit so stark, dass sie sich bei einer weiteren Adoption nicht vorstellen können, ein Kind aus einem anderen Land als diesem anzunehmen.

Manchmal ist nicht das Kind oder sein Verhältnis zu seinen Eltern das Problem, sondern der Irrglaube, in Familien mit ausländischen Adoptivkindern gehe es ganz anders zu, als in anderen Familien. Dies führt dazu, dass diese Familien von ihrer Umwelt als etwas Besonderes betrachtet werden, obwohl sie sich selbst nicht so empfinden. Es ist ein Klischee, dass mit leiblichen Kindern alles prima, mit Adoptivkindern alles problematisch und mit ausländischen Adoptivkindern alles noch viel schwieriger ist.

Im alltäglichen Leben spielt es meist keine große Rolle, ob das Kind aus dem Ausland kommt oder nicht. Trödelei beim Schuhe anziehen, verschütteter Kakao am Frühstückstisch und Buntstiftmalereien an der frisch renovierten Wohnzimmerwand nerven völlig unabhängig davon, ob das Kind aus Kelheim oder aus Kenia kommt. Und ein gebasteltes Geburtstagsgeschenk, der erste Purzelbaum und Kissenschlachten am Sonntagmorgen lassen Elternherzen ganz unabhängig davon höher schlagen, ob das Kind in Sigmaringen oder in Sibirien zur Welt kam.

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Kann sich ein Kind in seine neue Familie eingewöhnen, wenn es schon ein paar Jahre alt ist? 

Es ist heute Allgemeinwissen, dass die Bedingungen der Kindheit darüber mitentscheiden, wie sich ein Kind später entwickelt. Aus diesem Wissen heraus denken viele: ´Ein Kind, das schon ein paar Jahre in einer schlimmen Umgebung gelebt hat, ist sicherlich bereits so geschädigt, dass da nicht mehr viel auszurichten ist. Da ist es sicherer, ein kleines Kind zu adoptieren, das noch nicht so viel Schreckliches erlebt hat`

Aber ist es tatsächlich so, dass kleinere Kinder weniger geschädigt sind als große und dass es generell einfacher ist ein Baby zu erziehen als ein schon etwas älteres Kind?

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Schädigungen in der Schwangerschaft oder Vernachlässigung nach der Geburt können bei Babys zu schweren Beeinträchtigungen führen, die oft erst nach langer Zeit diagnostiziert werden können. Manche Adoptionsvermittlungsstellen berichten deshalb, dass die Kinder, die am wenigsten Probleme nach der Adoption machten, durchweg schon etwas älter waren, und sich vor allem bei Kleinkindern und Säuglingen nach der Adoption Probleme einstellten.  

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Dass der Adoptionserfolg nicht nur von den Eigenschaften des Kindes abhängt sondern auch von der Persönlichkeit der Adoptiveltern und der Intensität der Betreuung zeigt die Abbruchrate bei Spätadoptierten, die ´nicht über der bei Säuglingsadoptionen liegt und bei schwer behinderten Kindern sogar noch niedriger ausfällt` ....

Diese Erfolge bei der Adoption von Spätadoptierten können daran liegen, dass die Adoptiveltern besonders geeignet sind, dass die Betreuung besser ist, oder daran, dass ältere Kinder in vielen Fällen die ersten Lebensjahre in einem relativ stabilen Umfeld verbracht haben. Wer seit seiner Geburt bei der leiblichen Mutter oder anderen Familienmitgliedern gelebt hat und erst später durch Schicksalsschläge zur Adoption freigegeben wurde, hat oft ein stabileres Bindungsverhalten entwickelt als ein Säugling, der unmittelbar nach der Geburt in ein Kinderheim kommt oder bei wechselnden Pflegefamilien aufwächst.

Ein jahrelanges Leben unter schlechten Bedingungen hinterlässt immer seine Spuren. Das führt aber nicht zwangsläufig zu schweren Schädigungen. Zum einen haben Kinder große Selbstheilungskräfte, die dafür sorgen, dass nicht jede seelische Verletzung auch zu einer dauerhaften Beeinträchtigung führt. So ist bekannt, dass zwei Drittel der Gewaltopfer, bei denen nach dem Trauma eine Belastungsstörung diagnostiziert wurde, im Verlauf der ersten sechs bis zwölf Monate die Diagnose auch dann verlieren, wenn sie nicht therapeutisch unterstützt werden....

Zum anderen hängt es von vielen Faktoren ab, ob ein Ereignis auf ein Kind traumatisierend wirkt, oder nicht. Die wichtigsten sind:

- der Stand der Entwicklung des Kindes: Es ist möglich, dass Gräueltaten während eines  

  Krieges für einen Säugling keine Belastung sind, weil er die Bedrohlichkeit der Situation  

  noch gar nicht erfassen kann. Im Gegensatz dazu kann es für ihn  - im Gegensatz zu  

  einem Jugendlichen - traumatisierend sein, für längere Zeit von seiner Mutter getrennt zu

  sein.

- die traumatische Situation: Das Kind kann sowohl durch ein einmaliges Ereignis

  (Schocktrauma) oder durch ein Geschehen über einen längeren Zeitraum traumatisiert  

  werden. Es ist auch möglich, dass mehrere Ereignisse, die für sich genommen keine

  Auswirkungen gehabt hätten, zusammen ein Trauma hervorrufen.

- Vorhandensein von schützenden Faktoren: Wer nach dem traumatischen Ereignis

  fürsorglich und liebevoll behandelt wird, hat höhere Chancen, keine dauerhafte

  Schädigung davon zutragen.

- Vor der Adoption erfahren die neuen Eltern meist einiges über die physische und wenig

  über die psychische Verfassung ihres Kindes. Niemand kann sagen, ob und wie sehr

  das Kind durch vergangene Erlebnisse traumatisiert wurde. Es mag sein, dass ein Kind

  über Jahre in einem Heim war und dennoch seelisch weniger verletzt ist als ein Baby,

  das von seiner Mutter verlassen wurde. Wenn ausreichend schützende Faktoren

  vorhanden sind, können in der Regel auch sehr belastende Situationen von Kindern gut

  verarbeitet werden. Darüber, ob diese schützenden Faktoren vor der Adoption vorhanden

  waren, erfahren die meisten Adoptiveltern kaum etwas. Wer weiß schon, ob das Kind im

  Heim eine liebevolle Bezugsperson hatte oder nicht.

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Wir leben in einer Dreizimmerwohnung. Können wir trotzdem ein Kind aus dem Ausland adoptieren? 

Manche Bewerber zittern dem ersten Hausbesuch der Fachkraft der Vermittlungsstelle entgegen, weil sie befürchten, ihre Wohnung könnte zu klein, zu schlecht aufgeteilt, zu unordentlich oder auf eine andere Art und Weise ungeeignet sein. Meistens ist diese Befürchtung unbegründet. Es ist relativ selten, dass eine Adoption daran scheitert, dass die Wohnung den Anforderungen nicht genügt.

Leider gibt es keine verbindlichen Angaben darüber, welche Quadratmeterzahl die Wohnung haben muss. Beim Familiennachzug nach dem Ausländergesetz (einem durchaus vergleichbaren Bereich) wird von den Innenministerien der Länder überwiegend für jeden über sechs Jahre alten Bewohner mindestens zwölf Quadratmeter und für jeden noch nicht sechs Jahre alten Bewohner mindestens acht Quadratmeter gefordert.

Die Adoptionsvermittlungsstellen werden in der Regel höhere Anforderungen stellen. Die meisten Fachkräfte sehen es dabei als notwendig an, dass das Kind ein eigenes Zimmer zur Verfügung hat.

Empfehlungen der Landesjugendämter zur Adoptionsvermittlung:

Eine kindgerechte Umgebung mit Kontaktmöglichkeiten zu anderen Kindern sollte gegeben sein. Ein ausreichender Wohnraum für die Familie, der für das Kind eine Rückzugsmöglichkeit bietet, sollte zur Verfügung stehen. 

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Ich bin 38 und mein Mann 42 Jahre alt. Sind wir jetzt schon zu alt für eine Adoption? 

Das Gesetz selbst sieht kein Höchstalter vor. Grundsätzlich ist es deshalb nicht verboten, wenn zwei Fünfzigjährige ein Kind adoptieren.

Die Adoption eines nichtverwandten Kindes im Inland wird in diesem Alter jedoch kaum gelingen. Es gibt zu viele Bewerber und die Adoptionsvermittlungsstellen können aus so vielen geeigneten Paaren auswählen, dass sie sich in der Regel nicht für das Paar entscheiden, bei dem ihnen der Altersabstand zwischen Kind und Eltern zu groß erscheint. Bewerber über vierzig haben daher in Deutschland nur geringe Chancen. Bei manchen Jugendämtern wird die Grenze bereits bei 35 Jahren gezogen.

Wer für eine Inlandsadoption zu alt ist, kann jedoch durchaus bei einer Auslandsadoption Erfolg haben. Die Adoptionsvermittlungsstellen für ausländische Kinder ziehen oft keine starren Altersgrenzen und so haben hier manchmal auch etwas ältere Bewerber noch eine Chance.

Es ist jedoch immer zu beachten, dass es in den einzelnen Ländern Anforderungen an das Alter geben kann, die eingehalten werden müssen. Wenn ein Land festgelegt hat, dass für Adoptivbewerber ein Höchstalter von 40 Jahren gilt, kann die Adoptionsvermittlungsstelle für zwei 45 - jährige Bewerber auch dann keine Vermittlung durchführen, wenn sie sie für sehr geeignet hält.

Verheiratete Paare, bei denen einer deutlich älter als der andere ist, sind gegenüber unverheirateten Paaren benachteiligt.   

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In welchem Alter Bewerber von sich aus von einer Adoption Abstand nehmen sollten, lässt sich schwer sagen. Zwischen dem angenommenen Kind und seinen neuen Eltern soll ein Eltern – Kind und kein Großeltern – Kind Verhältnis entstehen. Bei welchem Alter man hier die Grenze zieht, ist wohl kaum zu bestimmen. Es gibt 50- jährige, die sich so jung gehalten haben, dass es kaum Zweifel daran gibt, dass sich das geforderte Eltern – Kind Verhältnis entwickeln wird und es gibt 35 – jährige, die ihr bisheriges Leben offensichtlich im Zeitraffer verbracht haben und in Temperament und Jugendlichkeit mit jedem 60- jährigen vergleichbar sind.   

Vollends widersprüchlich wird die starre Anwendung von Altersgrenzen dann, wenn man sich vor Augen führt, dass manche Adoptionsvermittler eine Höchstaltersgrenze von 35 Jahren ziehen und manche Länder (wie etwa die Türkei oder China) ein Mindestalter von 30 Jahren festlegen. In solchen Fällen verbleibt dann nur ein Zeitkorridor von 5 Jahren, um ein Kind zu adoptieren. Logisch ist das nicht.

Empfehlungen der Landesjugendämter zur Adoptionsvermittlung: .....

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Wir haben vor kurzem ein dreijähriges Mädchen aus Thailand adoptiert. Wird das Kind seine Muttersprache behalten?

Hierzu wurde in Frankreich ein interessantes Experiment durchgeführt.

Zuerst wurden erwachsene Adoptierte gesucht. Da von den Gefundenen die Adoptierten aus Korea die größte Gruppe bildeten, wurde der Test mit ihnen durchgeführt.  

Alle Versuchspersonen gaben an, ihre Herkunftssprache völlig vergessen zu haben und im Alter zwischen 3 und 8 Jahren adoptiert worden zu sein. Von den Stellen, die die Adoption damals vermittelt hatten, kam die Information, dass die Kinder damals nicht nur Kontakt zu anderen Kindern sondern auch zu erwachsenen Bezugspersonen hatten und alle Kinder eine normale sprachliche Entwicklung durchlaufen hatten.

Nun mussten sich die Adoptierten Sätze in Koreanisch, Japanisch, Polnisch, Schwedisch und Wolof anhören und diejenigen identifizieren, die koreanisch waren.

Später wurden weitere Sätze in den genannten Sprachen vorgelesen und die Hirnströme gemessen. Falls das Gehirn in irgendeiner Weise auf die koreanischen Sätze reagieren würde, konnte diese Hirnaktivität mit der Messung festgestellt werden.

Die gleichen Versuche wurden mit einer Kontrollgruppe gebürtiger Franzosen durchgeführt.

Die Studie zeigte folgendes:

Wenn es darum ging, koreanische Sätze oder koreanische Wörter zu identifizieren, waren die Adoptierten nicht besser als diejenigen, die zu dieser Sprache noch nie Kontakt hatten.

Das Messen der Hirnströme zeigte bei den Adoptierten keine höhere Aktivität  als bei den Nichtadoptierten.

Die Aussage der Adoptierten, dass sie ihre erste Sprache vollständig vergessen hatten, konnte damit bestätigt werden. Die Studie stellte zwar fest, dass es durchaus sein könne, dass noch einzelne Spuren von Koreanisch im Gedächtnis verhaftet seien, dass diese jedoch so klein sein müssten, dass sie mit der herkömmlichen Hirnstrommessung nicht zu identifizieren seien.

Es zeigte sich, dass die ursprünglichen Sprachkenntnisse nicht nur etwas versteckt im Gehirn liegen, sondern tatsächlich vergessen sind.

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Ich bin adoptiert und möchte bei den zuständigen Ämtern gerne mehr über meine Herkunft erfahren. Ich habe aber gehört, dass es da ein Ausforschungsverbot gibt. Was bedeutet das? 

Das Gesetz schützt die Adoptivfamilie davor, dass Außenstehende die Adoption und deren Umstände aufdecken. Eine Adoption - so der Wille des Gesetzgebers - dient dazu, ein Kind aus seinen bisherigen Familienbeziehungen herauszulösen und es in ein neues Familiensystem zu integrieren.

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Das Ausforschungsverbot schützt die Adoptivfamilie, der es auch zusteht, auf dieses Schutzrecht zu verzichten. Bei der Zustimmung von Annehmenden und Kind entfällt deshalb das Verbot. Dies gilt aber nach dem Wortlaut nur dann, wenn tatsächlich die Annehmenden und ihr Kind zustimmen.

Bedeutet dies, dass ein Kind, das gerne mehr über die Adoption erfahren möchte, dann keine Auskunft erhält, wenn die Eltern nicht damit einverstanden sind?

Nein. Dies würde dem Grundrecht jedes Menschen auf Kenntnis seiner eigenen Abstammung widersprechen, das vom Bundesverfassungsgericht aus dem Recht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit und aus der Menschenwürde abgeleitet und in ständiger Rechtsprechung anerkannt wird.

Das Recht auf Kenntnis der eigenen Abstammung ist so elementar, dass es in mehreren Vorschriften ausdrücklich festgelegt wurde.

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Klug fragen können, ist die halbe Weisheit                       Francis Bacon

 

Alles über Pflegekinder:

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